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EMERSON, LAKE & PALMER  — Qango

Qango-Story
EMERSON. LAKE & PALMER — Qango
Besetzung: Allgemeine Fakten:
John Wetton: Bass, Gesang  
John Kilminster: Gitarre, Gesang Gegründet: 1999
John Young: Keyboards Aufgelöst: 2000
Carl Palmer: Drums  

Die Notlösung

Es war durchaus kein Aprilscherz, als am 1. April 1999 eine erneute Reunion der Original-Asia-Mitglieder angekündigt wurde, vielmehr wurde umgehend, zumindest online, die Promotionmaschine angeworfen. Neben der zu diesem Zeitpunkt schon länger bestehenden Website "asiaworld.org", die sich der Asia-Version a la Geoff Downes und John Payne widmete, stellte vermutlich das Management von Carl Palmer unter dem Titel "THE OFFICIAL ASIA REUNION WEB SITE" die Website originalasia.com ins Internet. Sie sollte ab sofort detailliert über die anstehenden Comebackpläne berichten.

Ein Tourneestart war für den 11. Juni 1999 geplant, bei der die Band unter anderem im berühmten Greek-Theater von Los Angeles auftreten wollte. "Sobald wir begannen, wieder zusammen zu spielen, wussten wir, dass diese Reunion etwas ganz Besonders sein wird", schwärmte damals noch Carl Palmer. Der Drummer kündigte für 2000 sogar ein neues Studio-Album an. Wie es der Zufall wollte, erhielt Asia just in dieser Phase für den 1991 erscheinen Sampler "Then & Now" eine Goldene Schallplatte, worüber ebenfalls ausführlich auf der Website berichtet wurde. Ein Wermutstropfen blieb jedoch, dass Steve Howe, wie auf der Reunion 1990/91, nicht mit von der Partie war. Der Gitarrist sollte für die anstehende Tour durch John Kilminster ersetzt werden.

Dann passierte auf der Website längere Zeit nichts mehr, obwohl der Termin des Tourstarts immer näher rückte. Schließlich veröffentlichten Palmer und Wetton kurz vor dem Start ein "offizielles Statement", in dem zu lesen war, dass Geoff Downes aus "finanziellen Gründen" nicht mehr dabei wäre. Zugleich kündigten Wetton und Palmer an, weiter zusammen zu arbeiten und eine Live-CD von Asia zu veröffentlichen. Diese CD des letzten Asia-Konzertes mit John Wetton von 1983 ist dann 2001 in schlechter Soundqualität unter dem Titel Alive At Hallowed Halls erschienen. Auf der CD ist aber kein Hinweis zu finden, dass Palmer und Wetton in irgendeiner Form daran "mitgearbeitet" hätten.

Geoff Downes reagierte im Gegenzug auf asiaworld.org ebenfalls mit einer "offizielle Stellungnahme". Unter dem Titel "Die Reunion, die nie eine war", schrieb Downes, dass sich die großen Pläne in ein heilloses Chaos verwandelt hätten. Die vom Carl-Palmer-Management versprochenen Gigs in Amerika plus einem großen Millenium-Event in China wären nie konkret geworden. "Dann wurde eine kurze, kleine Theatertour im Paket mit Ronnie Montrose und Gary Wright angeboten. Im August waren dann einige Daten in Japan im Gespräch. Einige Zeit später erzählte mir Carl Palmer von einem Freund, der eine Hand voll Konzert in Costa Rica, Mexiko, Venezuela & Argentinien besorgen konnte. Und das "China"- Ding? Ich habe nie mehr ein Wort darüber gehört", schrieb ein verärgerter Downes.

Zu lesen war außerdem, dass für den Keyboarder eine Reunion ohne Steve Howe sowieso sinnlos wäre und er sich seinem Mitstreiter John Payne verpflichtet fühle, mit dem er gemeinsam an einem Album arbeite. Von Steve Howe und Loyalität war anfangs bei Downes allerdings auch nie die Rede gewesen. Palmer reagierte jedenfalls verärgert und wollte angeblich nie mehr mit Downes zusammen arbeiten Die aktuelle Asia-Reunion hat diese Haltung ja dann widerlegt.

Palmer und Wetton entschlossen sich, ohne Downes weiter zu machen. Asia durften sie sich aber nicht nennen, weil merkwürdigerweise John Payne an dem Bandnamen die Rechte besaß. Kurzerhand gründeten die Palmer und Wetton das Projekt Qango, holten sich neben Kilminster noch den Keyboarder John Young ins Boot und spielten ab Februar 2000 mehrere Club-Gigs in Großbritannien.

Die "kleine Lösung" der ursprünglich großen Asia-Reunion präsentierte einen musikalische Mixtur aus ELP-, (Bitches Crystal, Hoedown und Fanfare For The Common Man) und Asia-Tracks (Time Again, Sole Survivor und Heat Of The Moment), die mit Coverversionen, Eigenkompositionen und Soli kombiniert wurden.

Erwähnenswert ist das Konzert am 4. Februar 2000 im Londoner Astoria. Bei der Zugabe "Fanfare For The Common Man" kletterte der von Palmer eingeladene Keith Emerson auf die Bühne, um John Young am Keyboard zu unterstützen. Angeblich soll bei diesem "Teamwork" Youngs Keyboard zu Bruch gegangen sein.

Noch im gleichen Jahr erschien die Live-CD Live In The Hood und dann nichts mehr. Carl Palmer gründete seine eigene Band, während John Wetton wieder auf Solo-Pfaden wandelte. John Kilminster schloss sich von 2003 bis 2005 der Keith Emerson-Band und ist seit Juni 2006 mit Roger Waters (Ex-Pink Floyd) unterwegs. Keyboarder John Young gibt Konzerte als Solist oder mit seiner John Young Band.

© Bernd F. Hoffmann
Quellen:
originalasia.com
asiaworld.org
Edward Macan: Endless Enigma: A Musial Biography Of Emerson, Lake & Palmer
George Forrester, Martyn Hanson, Frank Askew: The Show That Never Ends: A Musical Biography

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